May, 2026
Event Details
Fortbildungsbeschreibung Das NeuroAffektive Beziehungsmodell ist ein wirksamer entwicklungsorientierter, psychotherapeutischer Ansatz zur Bewältigung belastender Kindheitserfahrungen und ihren langfristigen Folgen. NARM thematisiert frühe, unbewusste Muster von Verbindungsabbruch, die unsere Identität, Emotionen, Physiologie, Verhalten und
Event Details
Fortbildungsbeschreibung
Das NeuroAffektive Beziehungsmodell ist ein wirksamer entwicklungsorientierter, psychotherapeutischer Ansatz zur Bewältigung belastender Kindheitserfahrungen und ihren langfristigen Folgen.
NARM thematisiert frühe, unbewusste Muster von Verbindungsabbruch, die unsere Identität, Emotionen, Physiologie, Verhalten und Beziehungen tief beeinflussen.
Durch die Integration eines psychodynamischen, humanistischen und körperzentrierten Ansatzes in einem beziehungsorientierten Kontext bietet NARM ein umfassendes theoretisches und klinisches Modell für die Arbeit mit komplexen Beziehungs-, Bindungs- und Entwicklungstraumata.
NARM untersucht das wechselseitige Zusammenwirken von psychologischen Themen und körperlicher Organisation im gegenwärtigen Moment und stützt sich dabei auf psychodynamische Modelle wie der Bindungs- und Objektbeziehungstheorie, gestalttherapeutische und somatische Modelle sowie charakterstrukturelle Ansätze.
Es handelt sich um ein ressourcenorientiertes, nicht-regressives, nicht-kathartisches und letztlich nicht-pathologisierendes Modell.
Zu lernen, wie man gleichzeitig mit diesen verschiedenen Elementen arbeitet, stellt eine Neuausrichtung dar, die tiefgreifende klinische Auswirkungen auf die Heilung von komplexen Entwicklungstraumata und die Unterstützung persönlichen und beziehungsbezogenen Wachstums hat. Basierend auf den Prinzipien von somatischer Achtsamkeit, Reflektion und Akzeptanz ist NARM von einer nicht-westlichen Ausrichtung im Hinblick auf die Natur der Identität beeinflusst.
Das klinische NARM-Modell stellt präzise und effektive Ansätze bereit, um die gleichzeitigen Wechselwirkungen zwischen Identitätsverzerrungen sowie den Fähigkeiten zur Verbindung, Containment, Regulierung und Lebendigkeit zu erkunden.
Lehrinhalte
- Unterschiedliche Fähigkeiten, wie man das komplexe Zusammenspiel zwischen der Dysregulation des Nervensystems und Identitätsverzerrungen wie toxischer Scham und Schuld, geringem Selbstwertgefühl, chronischer Selbstverurteilung und anderen psychobiologischen Symptomen anspricht.
- Wie man Schritt für Schritt mit frühen adaptiven Überlebensstilen arbeitet, die, obwohl sie einst lebensrettend waren, das gegenwärtige Erleben der Klienten*Innen verzerren.
- Wann man „Bottom-up“, wann „Top-down“, und wie man mit beidem gleichzeitig arbeiten kann, um den besonderen Herausforderungen von Entwicklungstraumata zu begegnen.
- Wie man Klienten*Innen in einem achtsamen und nachhaltigen Prozess der Loslösung von Identitätsverzerrungen unterstützen kann.
- Eine neue, kohärente Theorie für die Arbeit mit Affekten und Emotionen, die darauf abzielt, deren psychobiologische Vervollständigung zu unterstützen.
- Die Anwendung der vier Grundpfeiler („Säulen“) und die Fokussierung auf die zwischenmenschliche, therapeutische Beziehung, die als Mittel für Veränderung dient.
- Das NARM-Beziehungsmodell, das ein Verständnis in Form eines organisierten 6-stufigen Prozesses für die Arbeit mit Gegenübertragung, Empathie, Hilflosigkeit und Unterstützung des therapeutischen Vorgehens vermittelt.
- Wie man mit subtilen Veränderungen im Nervensystem arbeitet, die die vorhersagende Tendenz des Gehirns unterbrechen.
Aufbau
Die NARM-Fortbildung besteht aus 120 Unterrichtsstunden, die in 4 aufeinander aufbauende Präsenz-Module unterteilt sind, insgesamt 20 Tage im Abstand von 4-5 Monaten. Damit ist ausreichend Zeit für kontinuierliches Lernen, Üben, Peergruppen-Treffen und Webinare gegeben, die eine bessere Integration des klinischen NARM-Ansatzes unterstützen.
Zu den ergänzenden Lernmöglichkeiten gehören Studien- und Übungsgruppen, Einzel- und Gruppensupervisionen, individuelle NARM-Sitzungen, Zugang zu Demonstrationsvideos und andere Lernangebote.
Lehrmethoden
Alle Module beinhalten eine Kombination aus zwei sich ergänzenden Lehransätzen:
- Didaktisches und theoretisches Lernen: Vorträge, Frage- und Antwortphasen, Diskussion in der Klasse, Fallberatung und Dekonstruktion von Demonstrationsvideos
- Erfahrungsorientiertes Lernen: Übungen zur Selbsterforschung, Kleingruppenaktivitäten, Rollenspiele, aktives Coaching und angeleitetes Üben von Fähigkeiten
Themenübersicht
Die Reihenfolge und Inhalte der Fortbildung können bei Bedarf vom Trainer angepasst werden.
Modul 1
Das theoretische Modell
- Kernprinzipien
- Überblick: Fünf Überlebensstile
- Verzerrungen der Lebenskraft
- Stress- und Heilungszyklen
- Auf Stolz und Scham basierende Identifikationen
- Entwicklungsprozess und Kerndilemma: Bindung und Loslösung/Individuation
- Neue Orientierung im Hinblick auf Bindung und Bindungsverlust
- NARM-Beziehungsmodell
- Überlebensstil Kontakt
- Überlebensstil Einstimmung
Das klinische Modell
- Therapeutische Haltung
- Therapeutische Prozess
- Unterschiedliche Interventionen
- Schock vs. Entwicklungstrauma
- Die 4 Grundbausteine („Säulen“) in NARM
- Hinterfragen von Annahmen, Klärung und Dekonstruktion des Erlebens (im Hinblick auf Desidentifikationsprozesse)
- Psychobiologische Funktionseinheit
- Sprachgebrauch in NARM
- Persönlichkeitsspektrum in NARM: Kontinuum Merkmal – Überlebensstil – Persönlichkeitsstörung
Modul 2
- Entwicklung von Arbeitshypothesen
- Somatische Achtsamkeit und die Einbeziehung des Körpers in den therapeutischen Prozess
- Identifizierung des zentralen Dilemmas: Kernthemen vs. Überlebensstrategien (Verhalten, Symptome usw.)
- Übertragung- und Gegenübertragungsdynamiken, projektive Identifikation und Resonanz in NARM
- Duale Achtsamkeit: Arbeit mit Entwicklungsthemen in der Gegenwart
- Einführung in die Arbeit mit Affekten und Emotionen
- Überlebensstil Vertrauen
- Überlebensstil Autonomie
Modul 3
- Primäre und Standard-Emotionen
- Wut, Aggression, Scham, Schuld, Trauer und Angst
- Der psychobiologische Prozess der Scham („Scham als Verb“)
- Identifizierung des Kerndilemmas: Kernthemen vs. Überlebensstrategien (Verhaltensweisen, Symptome etc.)
- Narzissmus und Objektivierung
- Narzisstischer vs. sadistischer Missbrauch
- Unterstützung von Selbstwirksamkeit
- Identifizierung und Nutzung von Ressourcen
- Vertiefendes Studium der Verbindung zwischen Überlebensstilproblemen, Symptomen und verwandten Störungen
- „Drilling Down“ – Dekonstruktion von Erfahrung (in der Funktion der Desidentifikation)
- Überlebensstil Liebe/Sexualität
Modul 4
- Wechselspiel: Freeze & intrapsychischer Konflikt
- Selbsthass & Selbstverleugnung
- Überblick über die Ausrichtung von NARM in der Arbeit mit Persönlichkeitsstörungen
- Die Gegenübertragung des Therapeuten: „Acting-Out“ & „Re-Enactment“
- Fehlgeleitete Empathie („Gefühlsansteckung“) und sich anstrengende, „bemühende“ Therapeuten
- Das Zusammenspiel der Überlebensstile: primäre und sekundäre Muster
- Überlebensstile in ihrer Beziehung zu Intimität und Sexualität
- Die Entwicklung der Kapazität zu Freude und Genuss
- Arbeit mit Paaren
- Arbeit mit Identität
- Desidentifikation: Einsamkeit und Freiheit
- Unterstützung von zunehmender Komplexität, Kapazität und Resilienz
- Auseinandersetzung mit der physischen Struktur der adaptiven Überlebensstile
- Effektive Integration von NARM in die klinische Praxis
- Identität aus einer psychologischen und nicht-westlichen Perspektive betrachten
Voraussetzungen
Abgeschlossene Ausbildung in einem psychotherapeutischen oder körperpsychotherapeutischen Verfahren und mindestens 2 Jahre Praxiserfahrung mit regelmäßigem Patient*innen- bzw. Klient*innen-Kontakt.
Zertifizierung
Voraussetzungen für die Zertifizierung: Absolvierung aller 4 Teile der Fortbildung, 10 Selbsterfahrungssitzungen, 10 supervidierte Sitzungen und 1 aufgezeichnete Sitzung (mit einer (m) regulären Klientin (en)) mit NARM™-zertifizierten Lerhrtherapeut*innen.
Zielgruppe
Abgeschlossene Ausbildung in einem psychotherapeutischen oder körperpsychotherapeutischen Verfahren und mindestens 2 Jahre Praxiserfahrung mit regelmäßigem PatientInnen-/KlientInnenkontakt.
Termine, Kursort, Kosten
Modul 1:
27.05.2026 – 31.05.2026
Modul 2:
11.11.2026 – 15.11.2026
Modul 3:
07.04.2027 – 11.04.2027
Modul 4:
01.09.2027 – 05.09.2027
Jeweils 10.00 – 13.00 Uhr und 14.30 – 17.30 Uhr
Zentrum für Innere Ökologie, Zürich
CHF 5’280.00 (1320,- CHF pro Modul)
Zur Anmeldung
Date
27 (Wednesday) 10:00 - 31 (Sunday) 17:30
Location
Zentrum für innere Ökologie
Freischützgasse 1, 8004 Zürich
Organizer

Zentrum für innere Ökologie (ZIO)info@polarity.se, Tel +41 44 218 80 80 Freischützgasse 1, 8004 Zürich